Geschichte des EHC Straubing

Eishockey in Straubing

Die ersten Anfänge: Bann Straubing

Max Pielmaier († 1995), der Sohn einer Bäckerfamilie, gilt als der Begründer des Eishockeys in Straubing. Der damals 14 Jährige organisierte 1941, mitten während des Zweiten Weltkriegs, zusammen mit seinen 2 Jahre älteren Freunden Max Pellkofer und Harry Poiger eine Jugendmannschaft. Die Gründe dafür waren laut Willi Lüdekings Recherchen vermutlich das Buch Jagd hinter dem Puck. Eishockey – herzhaft und humorvoll von Gustav Jaenecke und der Wunsch Frauen wie die norwegische Eiskunstläuferin Sonja Henie zu erobern.
Am 1. Februar 1942 kam es schließlich zum ersten offiziellen Eishockeyspiel in Straubings Geschichte als man in Hof zur Gebietsmeisterschaft antratt. Obwohl die Gebietsmannschaft über deutlich mehr Erfahrung verfügte konnten sie das Spiel vor etwa 1000 Zuschauern nur mit 1:0 (1:0, 0:0, 0:0) gewinnen. Der Bann Straubing tratt dabei in folgender Aufstellung an:

  • Tor: Max Pielmaier
  • Verteidigung: Harry Poiger, Fritz Brandl
  • Sturm: H. Greindl, H. Lermer, H. Stangl, Max Pellkofer

Obwohl die knappe Niederlage gute Aussichten verhoffen ließ gingen auch die restlichen vier Spiele verloren. Die höchste Niederlage wurde dabei am 22. Februar mit einem 9:0 in Rosenheim kassiert. Am 1. Januar 1943 klappte es beim Spiel gegen den SC Wessling (Endstand 2:4) auch mit dem ersten Torerfolg durch H. Röhrl, welcher insgesamt nur 3 Spiele für Straubing bestritt. Das zweite Tor erzielte Max Pellkofer. Bei den beiden letzten Spielen des Banns die beide in und gegen Landshut (8:1 am 10. Januar und 2:0 am 31. Januar 1943) ausgetragen wurden konnte auch Harry Poiger (* 26. Mai 1925 in Berlin; † 16. August 1997 in Straubing) seinen ersten Torerfolg feiern. Der gelernte Kaufmann brachte es insgesamt auf 67 Partien für Straubing.

Die zweite Partie gegen Landshut war auch für lange Zeit das letzte Spiel, da der Zweite Weltkrieg seinen Tribut forderte und einer nach dem anderen auch die Jugendlichen zum Wehrdienst herangezogen wurden.

TSV Straubing 1861

Nachdem in der Hitler-Jugend vieles nur improvisiert wurde, beschloss man bei der Neuorganisation des Straubinger Eishockeys im Winter 1946 sich dem TSV 1861 Straubing anzuschließen. Zum Abteilungsleiter wurde Max Pielmaier gewählt.
In der Saison 1946/47 feierte der TSV seine Premiere in der Natureis-Kreisklasse mit Antoni Emmerich, dem ersten Star des Straubinger Eishockeys. Emmerich spielte bereits als 14-Jähriger für die rumänische Eishockey-Nationalmannschaft. Eishockey und Fußball waren die Hobbys des Sohnes eines Eishockeyspielers und einer Tennisspielerin, Tennis sein späterer Beruf.

Gründung des EHC Straubing und der Aufstieg in die DEL

1981 trennte sich die Eissportabteilung vom TSV 1861 Straubing und spielt seit dem unter dem Namen EHC Straubing. Vor Beginn der Saison 94/95 legte sich der EHC ein Maskottchen zu: die Tigers waren geboren. Eine Saison später, spielte der EHC Straubing erstmals in der 2. Bundesliga.
Als im April 2002 der EHC Straubing nach 21 Jahren Insolvenz anmeldete, trennte sich die Profiabteilung und gründete die Straubing Tigers AG. Es wurde ein Kooperationsvertrag mit dem EHC wurde erstellt und die Insolvenz ein Jahr später abgeschlossen. Der EHC blieb mit seinen Nachwuchsmannschaften Stammverein und Lizenzinhaber.

Die Saison 2004/05 sollte eine recht erfolgreiche für die Straubing Tigers werden. Nach der Hauptrunde belegte das Team den ersten Platz und zog somit souverän in die Play-offs ein. Nachdem die Tigers in den Jahren zuvor keinen einzigen Play-off-Sieg einfahren konnten, setzten sie sich im Frühjahr 2005 gegen den SC Bietigheim-Bissingen und den REV Bremerhaven durch und scheiterten erst im Finale gegen den EV Duisburg. Die Finalserie entschieden die Duisburger Füchse mit 0:3 zwar klar für sich, die einzelnen Spiele waren jedoch hart umkämpft. So fiel bei den ersten beiden Begegnungen der Siegtreffer erst jeweils in der Verlängerung und auch bei dritten Spiel am 17. April in Straubing stand es kurz nach Beginn des letzten Drittels 3:3 (Endstand 3:5).

Nur eine Saison später, landeten die Tiger nach einer durchwachsenen Vorrunde zunächst auf den fünften Rang. In den anschließenden Play-Offs, musste die Mannschaft im Viertelfinale gegen den Erzrivalen EV Regensburg ran. Man gewann die Serie überraschend mit 4:2 (5:4; 3:1; 5:4 n. P.; 2:3; 1:4; 2:0). Im Halbfinale hatte Straubing unerwartet Heimrecht gegen die Schwenninger Wild Wings, die mit einem Kraftakt im Viertelfinale einen 3:0-Rückstand in der Serie noch umgebogen hatten. Gegen die Wild Wings gewann Straubing in der Serie mit 3:1 (7:0; 3:4; 6:2; 3:2 n.P.). Das Finale sollte sich bedeutend schwieriger gestalten, zumal man mit dem Hauptrundenersten, den REV Bremerhaven gegen den Aufstiegsfavoriten spielen musste. Das erste Finalspiel am 7. April gewannen die Tigers ohne größere Probleme mit 1:3 in Bremerhaven und auch das zweite Spiel in Straubing konnte man mit 5:2 für sich entscheiden. Entgegen der Hoffnung der Fans machten es die Tigers nach zwei 1:2 Niederlagen in den Spielen 3 und 4 allerdings nochmal spannend. Wie auch im vorhergehenden Jahr wurde das letzte Spiel der Finalrunde am 17. April ausgetragen. Dies erwies sich für Straubing jedoch nicht als Nachteil und dank des 2:1 Siegtreffers von Dallas Fallscheer war die erste Zweitligameisterschaft und der damit verbundene sportliche Aufstieg in die DEL perfekt. Am 31. Mai 2006 wurden alle Auflagen für den Erhalt der DEL-Lizenz erfüllt und somit spielten die Tigers zur Saison 2006/07 erstmals in der höchsten deutschen Eishockeyliga.
Mit dem geringsten Etat (3,0 Mio.) aller DEL-Klubs, starteten die Straubinger in die Saison 2006/07. Am Ende belegten sie nur den 12. Platz und waren mit 15 Punkten Abstand weit vom zehnten Rang, der einen Start in den neu eingeführten Pre-Play-offs bedeutet hätte, entfernt. Dennoch war die erste Saison der Tigers in der DEL sehr spannend und mit Überraschungen verbunden.

Für die folgende Saison konnten im Vorfeld einige namhafte Spieler verpflichtet werden und der Etat wurde auf 3,5 Millionen Euro angehoben. Entsprechend hoch waren auch die Erwartungen im Umfeld. Die Siege in den ersten beiden Saisonspielen und der daraus resultierende, zwischenzeitliche zweite Platz in der Tabelle taten ihr Übriges. Doch auch in dieser Spielzeit hatte man wie im Jahr zuvor am Ende die wenigsten Tore erzielen können und die drittmeisten kassiert. Dies bedeutete den 14. und somit vorletzten Platz in der Tabelle mit 33 Punkten Rückstand auf Platz 10.

In der Sommerpause 2008, ereignete sich an der Heimspielstätte der Straubing Tigers eine für die Fans und Verantwortlichen, unfassbare Tat. In der Nacht vom 9. Juli auf den 10. Juli, zerstörte ein Brand im Eisstadion am Pulverturm das im Rahmen der Umbauarbeiten bereits fertig gestellte Kältesegel unter dem Dach. Die drei Videowalls sowie Teile der Lautsprecheranlage wurden durch eine starke Brand- und Rauchentwicklung dabei ebenfalls erheblich beschädigt. Daraufhin nahm die Kriminalpolizei Straubing hat die Ermittlungen auf, die sofort von einem offensichtlich absichtlich gelegten Brand ausging. Dabei wurde im Mittelteil auf der Betonfläche gelagertes Baumaterial angezündet. Da die heimische Eishalle aus Sicherheitsgründen unbespielbar geworden war, sahen sich die Tigers gezwungen, ihre Heimspiele auf fremden Eis auszutragen. Dafür wurde die Eishalle des alten Erzrivalen EV Regensburg für die Vorbereitungsspiele sowie die ersten 6 Heimspiele der DEL Saison 2008/09 angemietet. Das erste Heimspiel in Straubing wird am 24. Oktober stattfinden.

Spielstätte

Ihre Heimspiele tragen die Straubing Tigers im altehrwürdigen Eisstadion am Pulverturm aus. Das 1967 eröffnete Stadion ist für 5.940 (Stand 2006) Zuschauer ausgelegt und Eigentum der Stadt Straubing. 1977 wurde mit dem Bau der Überdachung begonnen und wenig später fertiggestellt. Im Zuge des 9.000-Punkte-Plans der Deutschen Eishockey Liga realisieren die Verantwortlichen zurzeit eine schon lange gewünschte bauliche Schließung der Ost- und Südseite. Des Weiteren sind in Zukunft noch andere Projekte geplant, um den Eishockey-Standort Straubing weiterhin zu erhalten. Im Jahre 2009 soll im Eisstadion eine Toiletten- und Kabinensanierung realisiert werden. Mittelfristig ist noch ein Neubau mit besseren VIP-Räumen, sowie einer zweiten Eisfläche im Gespräch.

Trainer

EHC Straubing

  • Kevin Gaudet (Dezember 2001 – Saison 2001/02)
  • Gerd Wittmann (1999 – Dezember 2001)
  • Rudolf Sindelar (Saison1998/99)
  • Franz Hejcik (Saison1998/99)
  • Wolfgang Dylla (Saison 1997/98 – 1998/99)
  • Bohumil Kratochvil (Saison 1996/97)
  • Don Depoe (Saison 1996/97)
  • Bohumil Kratochvil (Saison 1995/96)
  • Franz Hejcik (Saison 1993/94 – 1995/96)
  • Vladimir Dzurilla (Saison 1991/92 – 1992/93)
  • Libor Havlicek (Spielertrainer, Beginn und Ende Saison 1990/91)
  • Günter Lupzig und Hans Hutterer (Spielertrainerduo, Saison 1988/89)
  • Richard Neubauer (Saison 1987/88 – 1988/89 und Mitte Saison 1990/91)
  • Michael Mauer (Saison 1986/87 – 1987/88)
  • Bohumil Kratochvil (Saison 1984/85 – 1985/86, 1989/90 übernahm während der Spielzeiten 1995/96 und 1996/97 jeweils das Traineramt)
  • Jiri Wabnegger (Saison 1982/83 – 1983/84)
  • Mike Daski (Saison 1982/83)
  • Bob Jastremsky (Saison 1981/82)
  • Kurt Schloder (Saison 1981/82)

TSV Straubing

  • Paul Dixon (Saison 1980/81)
  • Vladimir Cechura (Saison 1980/81)
  • Rudi Hejtmanek (Saison 1978/79 – 1979/80)
  • Jiri Hanzl (Saison 1975/76 – 1977/78)
  • Jiri Wabnegger (Spielertrainer, Saison 1970/71, sowie Trainer zu Beginn der Saison 1973/74 und 1975/76 Nachfolger von Rudi Wagner)
  • Zdenek Haber (Spielertrainer, Saison 1969/70)
  • Rudi Wagner (Saison 1965/66 – 1968/69, sowie mit kurzer Unterbrechung 1971/72 – 1975/76)

Historische Daten

03.02.1942 Das erste Spiel gegen die Gebietsmannschaft in Hof geht mit 1:0 verloren
1946/47 Eishockeyabteilung des TSV Straubing 1861 wird gegründet.
1947/48 Eine Lichtanlage und Bande werden gebaut.
24.02.1948 Das erste Heimspiel gegen den SV Donaustauf wird vor 2000 Zuschauern mit 2:0 gewonnen.
1958 Lautsprecheranlage, Signalhorn und ein Plattenspieler werden aufgestellt und ein Kassenhaus errichtet.
1960 Die Meisterschaft in der Kreisklasse Ost wird gewonnen.
06.10.1960 Der erste Antrag an die Stadt Straubing zwecks Bewilligung eines Zuschusses zum Bau eines Kunsteisstadions wird gestellt.
1961 Aufstieg in die Landesliga
1964 Abstieg aus der Landesliga.
1965 Wiederaufstieg in die Landesliga.
07.08.1967 Der Bau des Kunsteisstadions beginnt.
09.11.1967 Kunsteisstadion wird in Betrieb genommen.
18.11.1967 Das Stadion wird mit einem Spiel gegen Preussen Berlin eingeweiht.
1969 TSV belegt 2. Platz in der Kunsteis Bayernliga
07.12.1969 Helmut Christl erzielt das 1000 Tor für den TSV
1970 Aufstieg in die Oberliga
1975 Aufstieg in die 2. Bundesliga
11.09.1976 Die Eissporthalle wird mit einem Kostenaufwand von 2,4 Mio DM überdacht.
1978 Der erste Donaupokal wird ausgespielt.
12.10.1979 Der Deggendorfer SC wird vor 6500 Zuschauern 3:1 besiegt.
1981 Der Aufstieg in die 1. Bundesliga wird nur um einen Platz versäumt. Die Eissportabteilung trennt sich vom TSV und heißt von nun an EHC Straubing.
1983 Der EHC verpasst die Endrunde und muss mit einem unübersehbaren Schuldenberg in der Bayernliga einen Neuanfang starten.
1984 Aufstieg in die Regionalliga Süd.
1987 Der Aufstieg in die Oberliga Süd sowie die Deutsche Regionalligameisterschaft werden gefeiert.
1990 Abstieg in die Regionalliga Süd.
1992 Der Wiederaufstieg in die Oberliga Süd sowie die Deutsche Regionalligameisterschaft werden erneut gefeiert.
1994 Das Viertelfinale um die Deutsche Amateurmeisterschaft wird erreicht.
1996 Das Viertelfinale um die Deutsche Amateurmeisterschaft wird erreicht.
15.03.1997 In einem Benefizspiel zwischen den Old Stars Straubing und dem Deggendorfer SC Oldies gewinnt Straubing vor 4000 Zuschauern mit 10:2.
29.03.1997 Abstieg in die 2. Liga Süd
Mai 1998 Aufstieg am grünen Tisch in die 1. Liga Süd
1999/2000 1b Mannschaft wird gegründet.
12.02.2000 Doug Kirton und Günther Lupzig werden Spieler des Jahrhunderts.
Aug 2000 Aufstieg in die eingleisige 2. Bundesliga
Apr 2001 20 Jahre EHC Straubing
Apr 2002 EHC meldet Insolvenz an. Profiabteilung gründet AG – Kooperationsvertrag mit EHC wird erstellt
Apr 2003 Insolvenz abgeschlossen, EHC Straubing bleibt mit seinen Nachwuchsmannschaften Stammverein und Lizenzinhaber