Lieber ehrlicher Letzter – Die Vorstandschaft des EHC Straubing e. V. ist stolz auf Ihre erste Mannschaft trotz der Gefahr des Abstiegs

Der Münchner Merkur berichtete am Freitag bereits darüber unter der Headline „Legionärs-Wahnsinn in der Landesliga“. In der zweiniedrigsten Liga spricht man von einer Amateurliga. Hauseigene Gewächse, die in Ihrer Stadt die verschiedenen Altersklassen durchlaufen und dadurch das Eishockeyspielen erlernt haben, üben Ihren Sport in den 1. Mannschaften Ihres Vereins aus. Diejenigen die höherklassig spielen können als ihr Heimatverein ihnen bieten kann, wechseln den Verein um sportliche Erfolge zu sammeln. Schöne Eishockeywelt. So ist es übrigens bei uns in Straubing. Keine ausländischen Spieler, keine Bezahlung und die Sponsoren die akquiriert sind, sind dazu da, den Spielbetrieb aufrecht halten zu können. Die Fans treffen sich um ihren Stammverein zu sehen und lautstark zu unterstützen. Durch die Sponsorengelder werden keine Spielergehälter gezahlt sondern Bus-, Schiedsrichter- und Sanitätskosten.

Seit dieser Saison gibt es keine Begrenzungen mehr bzgl. der Anzahl von ausländischen Spielern. Dies ist der Umsetzung von europäischen Recht geschuldet und die Landesverbände mussten Ihre Durchführungsbestimmung dazu abändern. Die Vereine der Bayernliga (also eine Liga höher als die Landesliga spielende) unterschrieben eine freiwillige Selbstbeschränkung. Sie setzen höchstens 2 ausländische Spieler in ihrem Spielbetrieb ein. Dies war leider in der Landesliga nicht möglich. 2 Vereine stimmten bei der Ligasitzung zu Anfang der Saison gegen die Umsetzung.

So sahen sich fast alle Vereine gezwungen, dem Beispiel der Anderen zu folgen. Der gute alte Gruppenzwang. „Das konterkariert den Amateurgedanken“, findet Marc Hindelang. Hindelang ist Eishockey-Obmann des BEVs (Bayerischer Eissport-Verband) und Vizepräsident des DEB. Er positioniert sich im Artikel des Münchner Merkurs eindeutig: „Bad Kissingen stehe für den „Wahnsinn“, der derzeit in der Landesliga grassiert und ist als Eishockeyverein für uns wertlos.“  Dies sagte Hindelang nach dem 9:2 Erfolg der Kissinger Wölfe gegen den höherklassigen ESV Buchloe.

„Es hat in der Landesliga nichts mehr mit bayerischen Eishockeysport zu tun.“, sagt der Sportvorstand Manfred Lermer des EHC Straubing. „Wir sind fast die Einzigen, die komplett ohne Ausländer und ohne Bezahlung der Spieler in dieser Liga spielen. Wir sind abgeschlagen auf dem letzten Platz. Eigentlich sollte ich die Trainer rauswerfen, neue Spieler holen und alles unternehmen um nicht abzusteigen.“, so Lermer weiter. „Das alles werde ich jedoch ganz sicher nicht tun. Unsere Trainer und unsere Spieler können nichts für die unfaire Vereinsführung der anderen!“

Damit spricht er die Tatsache an, das z. B. bei den Kissingern mehr als zehn Spieler ihre Ausbildung in Kanada, Schweden oder Russland absolviert haben. „Auf manchen Spielerbänken der Landesliga wird nur noch tschechisch oder slowakisch gesprochen.“, fügt Lermer hinzu.

Hindeland teilte den Bayernligisten sogar mit, das sie sich an die Selbstbeschränkung die sie seit Saisonanfang freiwillig einhalten, nichtmehr richten müssen. Derzeit wird nämlich die Verzahnungsrunde gespielt, wo es um den Auf- bzw. Abstieg zwischen Landes- und Bayernliga geht.

„Leider machen solche Vereine das bayerische Amateureishockey nicht nur kaputt, sie treten ihn mit Füßen. Wie sollen wir unsere Jungs bei Laune halten und für den Sport begeistern, wenn sie fast jedes Spiel zweistellig verlieren? Ich hoffe wirklich, das unsere Beschwerden und Regeländerungsvorschläge, die wir bereits die gesamte Saison über dem BEV mitteilen, eines Tages Anklang finden, wo ich bei den gelesen Aussagen von Herrn Hindelang Hoffnung schöpfe. Was den EHC angeht ist unser Weg anders als der der meisten Klubs. Wir legen auch in Zukunft das Hauptaugenmerk  auf die Nachwuchsarbeit. So haben wir alle möglichen Altersklassen, von der U8 bis einschließlich der U19, beim BEV für den Spielbetrieb gemeldet und spielen mit all diesen Mannschaften in der jeweils höchsten Liga in Bayern. Wir haben 3 hauptamtliche und 4 geringfügig beschäftigte Trainer sowie viele ehrenamtliche Helfer.  Die Bewerbung zur Teilnahme am Spielbetrieb beim DEB in der Schüler-Bundesliga wurde für die Saison 2018-19 gestellt. Wir ziehen unsere Eigengewächse hoch und hoffen, daß sie nach Ihrer Karriere in Ihren Heimatverein zurückkehren bzw. gleich dableiben wenn sie den Sprung ins Profigeschäft nicht geschafft haben und für Ihre Vereinsfarben weiß und blau spielen.“

Das Bild zeigt die Abgabe des Bewerbungsschreibens für die Schülerbundesliga ab der                                                 Saison 2018-2019 am 27.01.2018. Diese ging Fristgerecht per Einschreiben mit Rückschein zum DEB nach München.