550 Kilometer für ein Vorbereitungsspiel – Der ungewöhnliche Test

Ein ungewöhnliches Vorbereitungsspiel gab es am Samstag in der Landesliga. Ungewöhnlich, weil zwischen den Landesligisten 550 Kilometer liegen. Dabei trafen der EHC Straubing auf die weitgereiste Mannschaft von FASS Berlin. Dabei waren die Akademiker drei Drittel lang die bessere Mannschaft und gewannen verdient mit 6:2 (2:1, 1:1, 3:0). Diese Reise hat sich also gelohnt.

Dabei muss natürlich zuerst geklärt werden, wir es zu dem Spiel kam. Hierzu sagt Straubings 2. Vorsitzender Manfred Lermer: „Wir haben mit Daniel Schwarzensteiner einen neuen Organisationsleiter, der Straubinger ist und auch hier im Nachwuchs gespielt hat. Er ist dann aber wegen der Arbeit und der Liebe nach Berlin gezogen und hat dort oben unter anderem bei FASS Berlin gespielt. Jetzt ist er wieder hier und über ihn kam der Kontakt zustande.“ Um die Kosten nicht einseitig explodieren zu lassen, zahlten die Hausherren die Hälfte der Reisekosten. Erholsam war es für die Berliner aber trotzdem nicht, denn sie kamen heute an und sind noch in der Nacht in Richtung Heimat gereist.

Ziele in der Landesliga

Heute war nur Vorbereitung, in der Landesliga gilt es sich dann zu beweisen. Die Aussichten stellt Lermer so dar: „Immer wieder schwierig. Wir haben keinen einzigen bezahlten Spieler und wir haben keinen Transferkartenspieler. Da lege ich in der Seniorenmannschaft aber auch absoluten Wert drauf. Das muss in der Landesliga einfach nicht sein, das geht in der Bayernliga früh genug los. Ich hoffe einfach, dass wir eine Saison wie die letzte hinlegen und wenn es irgendwie möglich ist, dass wir vorne mitspielen. Aber man darf nie vergessen, dass die Jungs alle noch richtige Berufe haben, dass sie nur zweimal in der Woche Training haben und das nicht unbedingt zu den besten Zeiten. Das ist nach 20 Uhr, da liegen andere schon auf der Couch.“

Den leichten Wind in den Segeln zerstreut Coach Christian Penzkofer aber wieder: „Unser Ziel ist ganz klar, dass wir nicht absteigen, da mache ich mir gar nichts vor. Das wissen auch die Spieler. Wir haben eine Mannschaft, in der keiner einen Cent verdient und wir spielen gegen Teams die zum Teil sehr viel Geld in die Hand nehmen, auch schon in dieser Liga. Von zwölf Mannschaften sind zehn dabei, die Geld zahlen. Es hilft aber nichts, wir müssen einfach die jungen Spieler voran bringen und das ist unser Ziel. Wir wollen die allen einbauen und die sollen sich dann gut verkaufen. Ich gehen davon aus, dass wir mit Selb um den Abstieg kämpfen.“

Das Testspiel

Das Spiel begannen beide Teams erstaunlich flott. Die erste Chance hatte der EHC durch Kapitän Fabian Hillmeier, doch das erste Tor machten die Gäste. Die konnten auch ein paar Minuten später nachlegen. Insgesamt gehörte das Drittel den Berlinern, bei denen von Busbeinen nichts zu sehen war. In Berlins zweiter Unterzahl trafen dann auch die Hausherren. Routinier Helmut Kössl brauchte zwischen Strafe und Tor lediglich vier Sekunden.

Überzahl können aber auch die Gäste, denn mit der ersten Aktion im Mitteldrittel stellten sie den alten Abstand wieder her. Kurios wurde es in der 27. Minute, als der EHC ein Tor von hinter dem Tor erzielte. Da sieht jeder Goalie unglücklich aus, doch für die Zuschauer immer wieder schön. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Berlin auch im zweiten Abschnitt mehr Akzente setzen konnte.

Im Schlussabschnitt hatten die Straubinger zunächst ihre beste Phase, doch mitten in die Drangphase gelang den Akademikern der vierte Streich. Damit war es vorbei mit den Niederbayern, bei denen sich so mancher nun auch nachdem Ende sehnte. Es war deutlich zu erkennen, dass der Club aus der Hauptstadt in der Vorbereitung weiter ist und wohl auch das eine oder andere Mal mehr im Kraftraum war. Mit zwei weiteren Toren sorgten die Berliner letztendlich für klare Verhältnisse.

Die Analyse

Nach dem Spiel meinte Christian Pentzkofer unumwunden: „Man hat schon gesehen, dass wir in der Vorbereitung sind. Wir haben zwar schon einige Zeit Eis, sind aber noch nicht so weit. Die Jungs waren noch im Urlaub und müssen ja auch noch arbeiten. Wir sind aber schon noch etwas im Rückstand im Vergleich zum letzten Jahr. Aber es sind gute Ansätze da und gegen so ein Team wie FASS Berlin muss man erstmal bestehen.“ Dass Berlin drei Drittel das bessere Team war, kann und will auch er nicht verneinen: „Ja, ganz klar. Die haben ein paar Haudegen drin und ein paar gute junge Spieler, aber im Endeffekt haben wir uns gut verkauft.“

Tore: 0:1 (4:28) Marvin Miethke (Grigorij Görz, Kim Krüger), 0:2 (9:01) Phillip Golz (Kim Krüger), 1:2 (15:17/PP) Helmut Kössl (Patrick Schemp), 1:3 (22:15/PP) Phillip Golz (Kim Krüger, Christian Steinbach), 2:3 (26:01) Fabian Hillmeier, 2:4 (46:57) Grigorij Görz (Felix Karlsson), 2:5 (48:32) Dennis Merk (Felix Karlsson, Christian Steinbach), 2:6 (52:31/PP) Phillip Golz (Lucas Joecks, Marvin Miethke)

Schiedsrichter: Achenbrenner, Altmann.

Strafminuten: 10:20 (2:4, 4:14, 4:2).

Bericht von Armin Holl-Wagner für Hockeyweb.de

BIlder : Harry Schindler (www.fotograf-straubing.de) (https://www.facebook.com/FotostyleSchindler/)